Verfolgte Musiker im nationalsozialistischen Thüringen


Eduard Rosé (Foto: Hüttich-Oemler, Almanach des Deutschen Nationaltheaters, Weimar 1925, S. 47)

Das Projekt „Verfolgte Musiker im nationalsozialistischen Thüringen“ hat das Ziel, Schicksale ausgewählter jüdischer Persönlichkeiten des musikalischen Lebens Thüringens während der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur zu erforschen und darzustellen. Das Projekt besteht aus drei Teilen: einer Ausstellung, einer Tagung und einer Publikation. Die Ausstellung soll die künstlerischen Aktivitäten der Thüringer Musiker, ihre Verdienste und ihre Verfolgung durch das nationalsozialistische System in einer komprimierten Form präsentieren. Im Rahmen der Tagung „Assimilation, Emigration und Vernichtung. Schicksale jüdischer Musiker in Thüringen 1933 – 1945“ sollen die erworbenen Forschungsergebnisse in einem vertieften historischen Kontext diskutiert werden. Die thematische Ausrichtung des Symposions soll u.a. folgende Aspekte berücksichtigen: Die Juden in Thüringen zwischen 1700 und 1933, Musik und Exil, nationalsozialistische Kulturpolitik sowie die Lage der Thüringer Musikinstitutionen in der NS-Zeit. Die Publikation wird sowohl Beiträge der Tagung, als auch die Inhalte der Ausstellung umfassen.

Eine der musikalischen Persönlichkeiten Thüringens war Eduard Rosé (1859–1943) der international anerkannte Cellovirtuose, Schwager von Gustav Mahler und Mitglied des Rosé-Quartetts. Von 1900 bis 1926 wirkte er als Konzertmeister der Cellogruppe des Weimarer Hoftheater-Orchesters (heute Staatskapelle Weimar) und bis 1924 arbeitete er zugleich als Cello- und Klavierlehrer an der Großherzoglichen Musikschule (heute Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar). Nach 1933 war er mehrfach Repressalien ausgesetzt, am 20. September 1942 wurde er nach Theresienstadt deportiert, wo er einige Monate später starb.

Ausstellungskonzeption und Tagungsorganisation: Dr. Maria Stolarzewicz

Tagung: 31. 01. – 01. 02. 2019
Ausstellungseröffnung: 31. 01. 2019, 18:00Uhr

Während der Ausstellungeröffnung wird Prof. Dr. Dr. h.c. Dieter Borchmeyer (Heidelberg) einen Festvortrag halten. Die Veranstaltung von einem Konzert mit Werken von Günter Raphael (1903–1960) umrahmt.

Laufzeit der Ausstellung: Freitag, 01.02.2019 bis Sonntag, 31.03.2019
Veranstaltungsort: Stadtmuseum Weimar

Das Projekt wird durch die Thüringer Staatskanzlei finanziert. Der Projektträger ist der Verein weim|art e. V., die Projektleitung liegt in den Händen von Prof. Dr. Helen Geyer.

Kontakt: maria.stolarzewicz[at]gmail.com

Förderer: